Praxis

 Kreiszeltlager der Jugendfeuerwehr in Cuxhaven   

70 Teilnehmer nahmen das Angebot  "Überleben auf See" wahr.

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hanseboot : Tipps und Tricks um sich und andere zu retten.

Aktivierung einer Rettungsinsel durch Jugendliche.

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2te Messe „Sail Training“ an der Berufsbildungsschule (bbs) Cuxhaven
          Seefahrtschüler (Fachbereich: Metall) als Zuhörer beim Thema:
       „Überleben auf See“

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Das bin ich, der Ausbilder für „Überleben auf See“

 

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Erklärung einer Rettungsweste:
3x grün Auslaufen ohne Bedenken.
1x gelb Vorsicht ! Automatische Auslösung ist auf manuell gestellt.
1x rot Rettungsweste muss einer Kontrolle unterzogen werden
auf keinen Fall damit auf´s Wasser gehen! Lebensgefahr !

Treffen Sie eine Abmachung mit Ihrer Rettungsweste: Trage ich dich, trägst du mich. Die Vorteile sind offenkundig, wenn es ungewollt und unvorbereitet ins "kalte Nass" gehen sollte:

Sie sind nicht gezwungen Schwimmbewegungen durchzuführen um Ihr Gesicht über Wasser zuhalten.

Sie sollten Vertrauen zu Ihrer Rettungsweste haben (sie trägt Sie) eine ruhige Körperhaltung verbraucht fast keine Energie und erhöht somit die Überlebenschance.

Das Tragen einer Rettungsweste wird von vielen als unangenehm und belastend empfunden und gibt somit dem Träger die Veranlassung keine Rettungsweste zu tragen. Auch das Argument: "Das Tragen einer Rettungsweste schützt nicht vor dem Ertrinken". Diese Aussage stimmt und wird von den Herstellern auch schriftlich dokumentiert. Wer sich aber neue Schuhe kauft und diese nicht trägt hat sie nicht "eingelatscht" wenn er sie braucht und riskiert Blutblasen. Lernerfolg: Stetiges Tragen lässt das "Vorhandensein" zum "Nichtwahrnehmen" erscheinen. Ich rate Ihnen auch nach dem Motto: Teste Deine Weste die Verhaltensweise kennen zu lernen. Siehe auch Rettungsinsel / Hygiene

Ein Wort noch zum Zubehör:

Ein absolutes "Muss" an Zubehör ist m. E. der Schrittgurt (verhindert das "Hochrutschen" der Rettungsweste beim Eintauchen in das Wasser (ohne Schrittgurt >Schwerpunktverlagerung/ Körperlage im Wasser; dadurch liegt der Hinterkopf zu tief im Wasser) Warum dieser Gurt nicht zur Grundausstattung der Rettungsweste gehört, wissen nur die Hersteller.

Ebenso ist ein Lifeline unabdingbar. Siehe in der Zeitschrift -Yacht- 13/2006 den Bericht über Hans Horrevoets, der mit 33 Jahren sein Leben verlor, weil er, als die Welle ins Boot kam weder mit einem Lifbelt gesichert war noch dass er eine Rettungsweste trug. HH war der älteste und erfahrenste Segler an Bord.

Achtung: Nehmen Sie ihre Kinder an die "Kurze - Leine". Lassen Sie ihre Kinder nie ungesichert an Oberdeck.

Sprayhood (ugs.Spritzschutzlappen / Persenning) Wellen, Wind, Strömung etc. sind verantwortlich für Gischt (ugs. "fliegendes Wasser") hier trift das Sprichwort >der Sturm im Wasserglas 50%)

Tipp:

  • Ändern Sie ihre, mit dem Gesicht zur Welle zeigende Wasserlage, umgehend. Drehen sie der Welle den Rücken zu. Denken Sie immer daran: Nach einem "Crash" kommt kein "Safety - Car" oder ein flaggenschwingender Streckenposten wie in der F1 und bleibt so lange, bis alle Trümmer weggeräumt sind. Sie müssen sich schon selbst helfen.

  • Gehen Sie immer vom "schlimmsten Fall" (ugs. Worts - case) aus. Wenn sie in der Lage sind ihre Rettungsweste selbst zu aktivieren, machen sie das. Verlassen sie sich nicht auf die Automatik der Rettungsweste. Aktivieren sie immer ihre Rettungsweste, wenn sie die "feste Plattform", das Schiff verlassen. (für die "Scherzkeckse" natürlich nur im Seenotfall)

Sie merken, wir sind schon in einen Seenotfall verwickelt. Bevor wir nun in unsere Rettungsinsel steigen noch ein Hinweis:

Haben Sie vor Reiseantritt eine NO - TO - DO - LISTE erstellt? Es ist ratsam so eine Liste zu haben. Nur drei Beispiele zu meinem Thema:

  • keine Diskussion über Bootsmanöver bei "Mensch - über - Bord". Es muss allen Crewmitgliedern klar sein, dass nur der zur Zeit "verantwortliche Skipper" die Richtung angibt, auch wenn es dem Einen oder Anderen nicht gefällt.
  • keine Führungsaufgaben vergeben an Crewmitglieder, die Seekrank werden. (wer hat das schon getestet, oder kennen Sie ihre Seglercrew so gut?) Weil diese nur eingeschränkt oder nicht in der Lage sind zu handeln.
  • wer ist für die Signalmittel verantwortlich? Nicht, dass in bestimmten Situationen die Fackeln, Rauchkörper etc. "verballert" werden nur weil einer (e) meint, ein Luftfahrzeug gehört oder ein Schiff gesehn zu haben.

 

Rettungsinsel:

Der Begriff Rettungsinsel suggeriert: Jetzt bist du gerettet! Richtigerweise müsste er „Überlebensinsel“ lauten, weil der Kampf zum Überleben nach der Aufnahme aller Schiffbrüchigen beginnt. Er lässt das Gefühl von Ruhe, Erholung, Kaffee-Shop, Landnähe aufkommen. Jeder muss jedoch wissen, dass das Elend jetzt erst losgeht. Die sichere Plattform wurde aufgegeben – dieses sollte immer die allerletzte Lösung sein – Denn: Keine Pattform ist sicherer als das eigene Schiff, wenn noch schwimmfähig. Gehen Sie aber nicht mit dem Schiff unter sondern verlassen Sie es, bevor es Sie verlässt. Meide das Wasser! Geh nur ins Wasser wenn keine andere Möglichkeit besteht.
Die Rettungsinselcrew muss sich auf vielerlei Probleme einstellen, hier nur einige, die bei weitem noch nicht alles spiegelt, was vorkommen kann:

  •  
    • Nässe: Wasser leitet 25 x schneller die Temperatur als Luft.
    • Unterkühlung: Der ungeschützte Mensch durchläuft 3 Phasen bis zum Exitus (siehe unter Bekleidung)
    • Seekrankheit: Hierunter werden die meisten  in den ersten Stunden leiden. Auch diejenigen, die an Bord von Schiffen nicht seekrank werden, sind in einer kleinen Rettungsinsel oft anfällig. Jedes mal beim Übergeben verliert der Körper an wichtiger Flüssigkeit. Um dieses weitestgehend zu unterbinden, sind Seekrankheitstabletten einzunehmen, und zwar entsprechend der Anweisungen auf der Packung. (Empfehlung sofort) Schon leichte Symtome können bewirken, dass jemand, der z. B. mit Führungsaufgaben betraut ist, diese Funktion nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr wahrnehmen kann.
    • Raumenge: Persönlicher Freiraum wird eingegrenzt, Verlust der Intimzone,Platzangst, Beklemmungen etc. Bei dem persönlichen Territorium fallen schlagartig alle Grenzen. Keiner kann mehr auf Distanz gehalten werden. erst wenn das totale Vertrauen unter den Schiffbrüchigen besteht bzw. aufgebaut ist verringert sich die "Abstandszone". Über dieses Thema wurden schon "abertausende" Untersuchungen geführt, immer mit dem Ergebnis: Der Mensch verteidigt auch in Notsituationen seinen "Freiraum". Notfalls mit Gewalt (Ellenbogenmentalität)
    • Wasserversorgung: Der vordringlichste Bedarf ist der Bedarf an Wasser. Wasser gehört zu den wichtigsten Vorrausetzungen; denn man kann zwar tagelang ohne Nahrungsmittel auskommen, ohne Wasser aber nur zehn Tage überleben. Wasser sofort rationieren; die tägliche Ration auf Grundlage der folgenden Faktoren festlegen:
      • verfügbare Wassermenge;
      • Produktionsmenge der Wasseraufbereiter und chemischer Entsalzer,
      • voraussichtliche Zeit bis zum Erreichen des Festlandes;
      • Anzahl und körperliche Verfassung der Betroffenen;
      • Möglichkeit, gerettet zu werden und Regenwahrscheinlichkeit.
    • Eine Person kann zwei Wochen lang mit einer täglichen Wassermenge von 200 cm3  auskommen, sofern die erforderlichen Maßnahmen zur Kühlung und zur Erhaltung der Feuchtigkeit des Körpers getroffen werden. Die Rationen  für den Tag sollen am frühen Morgen und Abend verabreicht werden und das Wasser soll, um die Lippen zu befeuchten, allmählich in kleinen Schlucken getrunken werden.
    • Sofort mit dem Einsatz der Wasseraufbereitung beginnen; die chemischen Entsalzer und die Wasserrationen nur für Notfälle benutzen, wenn kein entsalztes Wasser zur Verfügung steht.
    • Nahrungsmittel: Während den ersten 24 Stunden nichts essen. Wenn pro Tag mindestens 1 Liter Wasser zur Verfügung steht, kann man  Nahrung in beliebiger Menge zu sich nehmen; wenn weniger als ½ Liter verfügbar ist, nur Zuckerzeug (Bonbons, Süßigkeiten) essen. Vögel, Fische, Krabben und Krebse bzw. Fleisch usw. nur essen, wenn pro Tag mindestens ½ Liter Wasser getrunken werden kann.
    • Moral: Bei Menschen, die sich in einer gefährlichen Lage befinden, ist Angst etwas ganz normales. Wer sie eingesteht, gibt sich dennoch nicht auf; man muss sich vor Augen führen, dass andere Menschen die gleichen Gefühle gehabt und solche Schwierigkeiten dennoch gemeistert haben. Ermüdung und Erschöpfung aufgrund der erlittenen Entbehrungen sind häufig die Ursache für Gemütsstörungen, die sich in gesteigerter Nervosität, Aktionismus oder Gewalt und auch Depressionen äußern. Um dies zu vermeiden, ist es angebracht, möglichst viel zu beschäftigen. Wenn jemand auf dem Meer treibt, ist es normal, dass er manchmal Wutanfälle hat oder in Zorn gerät; diese Anfälle darf man nicht unterdrücken, sondern man muss ihnen freien Lauf lassen. Wird jemand hysterisch und weint oder schreit, soll man ihn nicht zum schweigen bringen, sondern schreien lassen, damit er sich von seinem Komplex befreit, es sei denn, er verausgabt sich zu sehr oder seine Reaktion geht zu Lasten der übrigen Anwesenden. In diesem Fall sollen ihm zur Beruhigung (Sedativa) eingegeben werden. Mit Personen, welche die Kontrolle über sich verloren haben, darf man nicht grob umgehen, weil sie sich sonst noch mehr aufregen und noch nervöser werden. Es sei darauf hingewiesen, dass  Sinnestäuschungen kein Anzeichen einer Gemütsstörung sind.
    • Abdrift Suchflugzeuge und Schiff sind sofort nach Erhalt des Notrufes zur gemeldeten Unglücksstelle gestartet bzw. vom Kurs abgegangen, um von dort aus die Suche unter Berücksichtigung des herrschenden Windes und möglicher Strömungen fortzusetzen. Es ist daher von großer Wichtigkeit, zu versuchen, die Abdrift der Rettungsinsel au ein Minimum zu beschränken, um so nahe wie möglich an der Unglücksstelle zu verbleiben. Hierzu dient der Treibanker, der die Rettungsinsel bei schlechtem Wetter gleichzeitig ruhiger in der See liegen lässt. Bei nicht zu schwerem Wetter ist unter Umständen ein zusätzlicher Treibanker auszubringen, der auf unterschiedlicher Länge gesteckt ist.
    • Trockenhalten der Rettungsinsel: Hierzu befinden sich in der Notausrüstung ein Schöpfgefäß und ein Schwamm. Ist viel Wasser in die Rettungsinsel eingedrungen, kann zum Entleeren die Handpumpe benutzt werden. Der Schlauch muss dann am oberen Ende der Pumpe unter dem Handgriff angeschlossen werden.
    • Bei kaltem oder schlechtem Wetter können  die Eingänge geschlossen werden. Die Eingänge schließen absolut Wasserdicht, sind jedoch so gebaut, dass genügend Luft zur Belüftung in die Rettungsinsel gelangt.
    • Hygiene: Bei einer Großzahl von „Überbordgefallenen“ aus der Rettungsinsel, stellte man fest, dass sie bei der Verrichtung ihrer „Notdurft“ über Bord gingen. (Schamgefühl)

Tipp: Zwei ausgelöste Rettungswesten aufeinandergebunden und ein Müllbeutel dazwischen integriert ergeben eine für die Umstände entsprechende brauchbare Toilette. Die anschließende Entsorgung der Fäkalien ist nun möglich ohne dass man ins Wasser muss.

Weitere Maßnahmen:

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    • Nach Möglichkeit alle schwimmfähigen Gegenstände, die von Nutzen sein können, unverzüglich ins Wasser werfen und nach der Besetzung der Rettungsinsel die, die von Nutzen sein können, aufsammeln.
    • Den Ort der Notwasserung unter Ausnutzung des Windes sofort verlassen; in der Nähe der Plattform bleiben, bis sie sinkt, hierbei jedoch gebührenden Abstand von ihr halten und von Benzin, das auf dem Wasser treibt, fernhalten.
    • Mit der Suche nach Vermissten beginnen, feststellen, in welcher körperlichen Verfassung sich die Besatzung befindet, und Erste Hilfe leisten, wo dies erforderlich ist.
    • Die Rettungsinsel untersuchen, um sicherzustellen, dass sie sich in einem guten Zustand befindet; Leckstellen, durch die Wasser eindringt, abdichten und alle Kammern der Insel aufblasen.
    • Funkgerät in Betrieb setzen  und die Signalmittel für ihre sofortige Verwendung vorbereiten.
    • Streichhölzer, Uhren, Kompasse und Anzündvorrichtungen in wasserdichte Behälter packen, damit sie nicht unbrauchbar werden.
    • Sicherstellen, dass keine Luft entweicht und keine Scheuerstellen entstehen, und sorgfältig darauf achten, dass die Rettungsinsel nicht mit den Schuhen oder mit spitzen Gegenständen beschädigt wird.
    • In tropischen Gewässer vor Sonnen schützen; Verbrennungen vorbeugen, indem die Haut stets eingecremt gelassen wird, Hemdärmel niemals aufkrempeln und Socken mit Nadeln an der Hose befestigen oder festbinden; jederzeit Sonnenbrille und Kopfbedeckung tragen.
    • Eine Beurteilung der Lage vornehmen und einen verbindlichen Maßnahmenplan ausarbeiten.
    • Wasser und Nahrungsmittel rationieren, während der ersten 24 Stunden darf mit Ausnahme der Verletzten niemand Nahrung zu sich nehmen.
    • Die verfügbaren Wasseraufbereiter  in Betrieb setzen und überlegen, wie Regenwasser aufgefangen werden kann.

Mir ist bewusst, dass o. a. Schilderung gegen die Nutzung einer Rettungsinsel spricht und so mancher Rettungsinselhersteller jetzt die Nase rümpft, aber es ist die Wahrheit. Wahr ist aber auch, dass die Rettungsinsel der letzte sichere Zufluchtsort auf See ist.

„In See stechen“ ohne eine Rettungsinsel ist mit „russischem Roulett“ vergleichbar. Manchmal geht es ja gut.
So unabdingbar die Mitnahme von Rettungsmitteln ist, so zwingend ist das „Üben“ mit ihnen. Wer nur theoretisch weiss wie man eine Rettungsinsel einsteigt, dem sei versichert; Für einen Geübten –ich bezeichne mich mal so- ist es im Hallenbad schon anstrengend. Auf offener See und widrigen Wetterbedingungen umso schwieriger. Also Skipper und Crewmitglieder den Ernstfall durchspielen. Mit der Funktion, Handhabung, Inhalt (Notpack und Reparaturbeutel) vertraut machen. Auch hier gilt, wer nicht übt bekommt keine Handlungssicherheit. Es wird für Schiffbrüchige beruhigend sein zu wissen, dass in Rettungsinseln dadurch, dass diese fast völlig Schutz gegen die Naturelemente bieten, viele Seenotfälle erfolgreich überstanden wurden. Diese Tatsache allein erhöht die Aussicht zum Überleben erheblich.
Wie schon erwähnt: 60 000 Besucher im Station und ausgerechnet mir "sch…." die Möwe auf den Kopf.

Merke: Es trifft nicht immer nur den Anderen.

Die Bekleidung

Frage: Gibt es eine ideale Kleidung für die Seefahrt? Antwort: Nein! Es wird immer ein Kompromiß sein zwischen Notwendigkeit und Mobilität.

Die von mir bezeichnete  „Sierra – Five - Bekleidung“  (Seglermütze, Sonnenbrille, Shirt, Shorts, Sandalen) ist cool und sportlich, taugt aber nicht zum Segeln bei schlechten Wetterbedingungen. Es obliegt dem Skipper zu beurteilen wann "SFB" und wann unter vollem Ölzeug oder einer Mischung aus beiden gesegelt wird.

Eigenschaften der Bekleidung:

  • atmungsaktiv aber wasserdicht
  • Wärmeverlust reduzierend
  • enganliegend (verhindert ein Hängenbleiben, minimiert den Widerstand im Wasser)
  • mehrere Schichten sind gut (Bildung von Luftpolstern > Auftrieb, Thermoskanneneffekt)
  • Seglermütze mit Reflektionsstreifen ( Wärmeverlust bis zu 50% über den Kopf / weithinsichtbar für Rettungscrew)

Der im Wasser ungeschützte Mensch durchläuft 3 Phasen bis zum Exitus Zitat:(Quelle Dr.med. W. Baumeier Uni Klinik Lübeck)

  • Erregungsstadium |Körperkerntemperatur ca. 37°C - 34°C gekennzeichnet durch
    • Kältezittern,
    • Atmung vertieft und beschleunigt,
    • Blutdruck und Herzfrequenz erhöht, Bewußtsein klar.
  • Erschöpfungsstadium |Körperkerntemperatur ca. 34°C -27°C gekennzeichnet durch
    • Kältezittern verschwunden,
    • Atmung langsam und oberflächlich,
    • Blutdruck und Herzfrequenz sinken, Bewustsein getrübt.
  • Lähmungsstadium |Körperkerntemperatur 27°C - 24°C oder weniger. Gekennzeichnet durch
    • Stoffwechsel minimalisiert,
    • Atmung flach und unregelmäßig,
    • Blutdruck kaum meßbar,
    • Herzfrequenz extrem langsam, Bewußtlosigkeit. Zitatende

Kälteschock:

Eine den Wetterbedingungen angepasste "gute Kleidung" z. B. Kälteschutzanzug kann auch nur für eine bestimmte Zeit den Wärmeaustausch zwischen hoher Körpertemperatur und niedriger Wasserteperatur verzögern um noch ein reibungsloses Einsteigen in die Rettungsinsel zugewährleisten. Von den meschlichen Körperabwehrkräften als "Kaltes - Wasser" (<20°C) empfunden, regt diese zur Abwehrhaltung an, woraus eine Schweißproduktion entsteht. Diese wiederum entzieht dem Körper Wärme und es kommt zu den o. a. Szenario.

Tipp:

  • Wenn Sie Duschen, was ich annehme, legen Sie einfach mal den Mischhebel von warm auf kalt und bleiben unter dem Duschstrahl stehen. Sie werden feststellen wie Ihre Atemfrequenz steigt. Nun wissen Sie in etwa wie es ist, wenn man (Frau natürlich auch) in das "kalte - Wasser" fällt. Was natürlich die Frage aufwirft, ab wann ist Wasser kalt? Sie waren auf diese "Attacke" vorbereitet, da Sie ja bewusst die "kalte - Dusche" nahmen. Unvorhergesehen ist die Wirkung noch enormer. Nicht gelogen! Ich weis es aus eigener Erfahrung, aber auch ich stoße jedes Mal noch den "Urschrei" noch aus.
  • Wenn Sie schon ins Wasser müssen versuchen Sie den Kopf über der Wasseroberfläche zuhalten oder nur kurzfristig einzutauchen.
  • meiden Sie das Wasser - steigen Sie wenn immmer möglich trockenen Fußes in die Rettungsinsel,
  • aktivieren Sie ihre Rettungsweste, solange Sie dazu noch in der Lage sind,verlassen Sie sich nie auf die Automatik.
  • entwickeln Sie durch üben ein "Feeling" für den Notfall. Nur wer weis was ihn im Seenotfall erwartet kann richtig reagieren.
  • haben Sie stets noch einen Trumpf im Petto.

bis die erste "Kältereaktion" abgeklungen ist und die Atemfrequenz sich etwas reduziert hat.

Merke: Wer den "Kälteschock" übersteht hat eine Chance lebend davon zukommen.

 

Seenotsignalmittel:

Ausser den industriell produzierten Seenotsignalmitteln ist dem individuellen Ideenreichtum praktisch keine Grenzen gesetzt, um sich im Seenotfall bemerkbar zumachen.

Tipps:

  • Kochdeckel rhythmisch gegeneinanderschlagen
  • Kochtop und Küchenpapier (falls noch trocken) als Flammensignal benutzen.

Bei den pyrotechnischen Seenotsignalmitteln ist die Gesetzeslage eindeutig und unterscheiden sich wie folgt:

  1. Seenotsignalmittel nach dem Sprengstoffgesetz sind alle pyrotechnischen Seenotsignale, die nicht aus einer Signalpistole abgeschossen werden, wie Signalraketen,Fallschirmsignalreketen, Handackeln und Rauchsignale.
  2. Seenotsignalmittel nach dem Waffengesetz sind pyrotechnische Seenotsignale,die aus einer Signalpistole und hier für bestimmte Munition abgefeuert werden.

Sicherheitsvorschriften einmal anderst

Raketen, Fackeln, Signalpistolen
sollst Du nur im Notfall aus der Verpackung holen.
Wenn Gefahr für Leib und Leben,
kannst Du zu Deiner Entdeckung auch einen Schuss abgeben.

Das Material, hier achte drauf beim Kauf
hat immer einen BAM – Stempel drauf.
Nur diese darfst Du verwenden,
sonst kann es böse mit Dir enden.

Wer Kind und  Kegel nicht verwehrt und ihnen
Zugang zu den Signalmittel gewährt.
Gehört nicht als Käpt´n auf ein Schiff
ihm fehlt es an Verantwortung und Schliff

Achte stets bei dem Gebrauch,
auf freie Schussbahn hoch hinauf.
Ziel nie auf Mensch oder Tier,
die Situation ist viel zu ernst dafür.

Fallschirmraketen, Rauchsignal und all der andere Kram,
aktivier  nur am gestreckten Arm.
Hast ein Versager Du, was nicht ausgeschlossen,
wirf ihn über Bord, sofort und entschlossen.

Wenn Retter am Horizont tauchen auf,
gib noch 1 bis 2 Signale und hör dann mit dem „Geballer“ auf.
Luv und Lee zwei die den Wind gestalten,
verdammt wo hin soll  man eine Rauchfackel halten?
Nach Lee, sonst tut es in den Augen weh.

Ganz schlau bist Du gewesen,
wenn Du die Gebrauchsanweisung vorher hast gelesen.
Signalmittel, das ist Dir hoffentlich jetzt klar,
sind nur für den Notfall dar.

Verzichten Sie auf "China - Böller" den viel und billig, ist nicht immer sicher und effektiv.

Anmerkung von mir zu Rettungsmitteln aus gegebenem Anlaß:

Für alle Rettungsmittel gilt m. E. Sicherheit ist nicht zu "Discounterpreisen" zu haben. Fragen Sie ihren Händler nach Schulungen, für das von ihm angebotene Rettungsmittel. Es lohnt sich.

Rettungsmittel können noch so sicher und einfach bedienbar sein, "menschliches Versagen" und daraus resultierende Fehlfunktionen sind niemals auszuschließen (siehe Yacht 14/06 Skippers - Magazin - Extra Rettungswesten - Test) Bemerkung dazu:

  • wo bleiben die Rückrufaktionen der Hersteller, für die beanstandeten Produkte?
  • wo sind unsere "Oberbedenkenträger" , die sonst alles in Frage stellen (vor der WM die Fußballarenen)

Es geht hier um Menschenlben. Was sind unsere Qualitätssiegel noch wert, wenn selbst zu einem - TEST - Ware mit Montagefehlern geliefert werden?

Frage: Muss ich erst mein "neues Auto" erst gegen die Wand fahren um mich von der Funktionalität der "Airbags" zu überzeugen?

Die Wartungsplakette ist die Unfallversicherung bei Personenschäden, lassen Sie deshalb die Finger von der Eigenwartung. Aber was nutzt mir dies, wenn möglicherweis nicht mehr bin, verursacht durch einen Herstellefehler? Suchen sie sich einen Hersteller ihres Vertrauens aus.

Ich erwarte eine Reaktion der betroffen Hersteller mit freude.

Fortsetzung folgt

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